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Neue Urteile gegen Online Casinos

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Neue Urteile gegen Online Casinos

Neue Urteile gegen Online Casinos - deutsche Online Casino Kunden bekommen ihr Geld zurück!

Derzeit gewinnen Online Casinos in der gesamten EU zunehmend an Popularität: bequem von zu Hause am Computer oder dem Smartphone um Echtgeld zocken und damit vielleicht das große Geld gewinnen - das lockt viele. Kein Wunder, dass vor allem in Zeiten von Corona diese Branche enorm an Kunden gewinnt. Der einzige Haken an der Sache: Online Casinos sind in Deutschland illegal. Abgesehen von Schleswig-Holstein, wo seit 2011 durch eine Gesetzesänderung das Online Glücksspiel um Echtgeld und somit Online Casinos legalisiert wurden. Abgesehen von dieser Ausnahme wiederum war es bis dato illegal innerhalb der Bundesrepublik Online um Echtgeld zu zocken. Ein Problem welches sich daraus ergab, war eine fehlende Rechtssicherheit für Personen, die verbotenerweise in solchen Online Casinos um Echtgeld gespielt haben und dieses verloren haben (Egal ob durch Betrug oder nicht regulierte und kontrollierte Software). Doch genau diese Situation hat sich nun geändert, an mehreren Gerichten innerhalb Deutschlands gab es nun Urteile, welche den Klägern eine Schadensersatz zusicherte und das Verhalten der im Ausland ansässigen Online Casinos  somit für nicht rechtens erklärten. 

Beispiele: Schadensersatzforderungen an ausländische Online Casinos 

Beispiele für Urteile (alle noch nicht rechtskräftig) in denen im Sinne der Kläger entschieden wurde gibt es mittlerweile mehrere, wie das Urteil vom LG Gießen Ende Februar 2021. In diesem konkreten Fall hatte ein Spieler in einem ausländischen Online Casino rund 12.000 Euro verspielt und forderte im Anschluss Schadensersatz vor Gericht. Das LG Gießen gab ihm in diesem Fall Recht und genehmigte die Schadensersatzforderungen, obwohl bestätigt wurde, dass es sich in dem Fall um illegales Glücksspiel handelte. Ähnliche Urteile fällte auch das LG Moosach am 13.04.2021, das LG Nürnberg-Fürth 03.05.2021 und das LG Regensburg am 31.05.2021. Diese Urteile bestätigen also das Spieler ihr in Online Casinos verspielte Geld zurückfordern können. Dies geschieht z.B. nach § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 4 Abs. 4 Glücksspiel-Staatsvertrag oder auch nach § 812 BGB.  

Wo kann das in Online Casinos verspielte Geld zurück gefordert werden? 

Spieler die in Online Casinos ihr Geld verloren haben können dieses meist in ihrem Wohnsitzgericht zurückfordern. Dies geschieht auf Basis des sog. “Wohnsitzgerichtsstandes” (Art. 18 EUGVVO). Dies stellt einen großen Vorteil dar, da so Gerichtskosten und der generelle Aufwand für den Prozess auf ein Minimum gesenkt werden können.  

Einigungen und Vergleichsvorschläge durch Online Casinos immer häufiger

Aufgrund der enormen Umsätze der Online Glücksspielbranche ist zu beobachten, dass immer häufiger Vergleichsvorschläge an Kläger geschickt werden um einen langwierigen und teuren Prozess zu vermeiden. Dies stärkt die Position der Personen die sich überlegen gerichtlich gegen Online Casinos vorzugehen, da aufgrund dieses Trends oftmals schnelle Einigungen zwischen den Klägern und den Online Casinos getroffen werden können.  

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